Als langjähriger Autobahnraser
25. März 2009 von Thomas
Ein Beitrag, den ich vor ein paar Jahren in einem Forum schrieb:
Ich fahre meinen ollen Karren (Opel Omega) bis 200, wenn es mir möglich ist, und finde das auch keineswegs zu schnell. Man gewöhnt sich nach (mehr als 20) Jahren sehr gut daran und kann auch die anderen Verkehrsteilnehmer gut einschätzen, als da wären:
Leute, die hinter einem Lkw herkriechen und ihm langsam immer näher kommen, während ich auf der linken Spur daherfliege. Hier kann ich förmlich riechen, dass der andere Fahrer möglichst “unauffällig” – d.h. ohne zu blinken – im letzten Moment, der mir eine Extrembremsung ermöglicht, auf die linke Spur “diffundieren” wird. Zu 99% liege ich richtig mit meiner Einschätzung und gehe deshalb schon vorher vom Gas.
Leute, die nach einem Überholvorgang noch ewig auf der linken Spur bleiben. Diese sind besonders gefährlich.
Wenn ich abschätzen kann, dass ich nicht bremsen muss, weil der andere Fahrer an dem Lkw vorbei sein wird, bevor ich auf ihn “treffe”, und deshalb weiterhin mit 190 auf ihn zuschieße, er aber ohne jeden Grund noch auf der linken Spur bleibt, hilft nur eine schnelle Reaktion und intensives Lichthupen. Vom Gas gehe ich erst, wenn ich merke, dass er offensichtlich zu blöd oder eingeschlafen ist. Sehr oft bemerke ich bei der Vorbeifahrt aber, dass a) ein Paar sich intensiv unterhält oder b) der Fahrer telefoniert.
Besonders krass: Ein Paar, das mit 90 auf dem Mittelstreifen daherkriecht und gemeinsam fernsieht, oder was immer da aus dem Screen leuchtete.
Leute, die einfach die Spur wechseln, ohne zu blinken. Das führt besonders nachts oder bei schlechterem Wetter zu plötzlichem Herzrasen, wenn man bemerkt, dass Jemand in einer Kurve von der rechten auf die eigene Spur wechselt, ohne es anzuzeigen. Seltsamerweise blinken manche Fahrer offensichtlich nicht beim Ausscheren, dafür aber, wenn sie wieder auf die rechte Spur wechseln. Vielleicht haben sie ja Gicht in den Fingern und das Bedienen des Blinkhebels macht ihnen Schmerzen.
Dieses Verhalten fällt mir vor allem bei größeren Mittelklasse-Wagen und Menschen um die 50 Jahre auf.
Auch sehr schön:
Nebelscheinwerfer und -rückleuchten bei sternklarer Nacht.
Da sehe ich zwei typische “Anwendergruppen”. Die einen sind einfach zu dämlich, um zu merken, dass sie das Licht anhaben und wissen nicht einmal, wie man es ausschaltet. Das sind zu 90% Frauen, die einmal im Monat mit dem Wagen fahren (dürfen). Da hilft alles Ein- und Ausschalten der eigenen Nebelscheinwerfer als Hinweis nix, denn sie werden nicht einmal wissen, auf was man aufmerksam machen möchte, während man hinter ihnen herjuckelt und sich die Nebelrückleuchte in die Netzhaut brennt.
Die zweite Gattung ist mir allerdings noch lieber!
Hier habe ich bisher nur Männer beobachtet, die aus irgendeinem Grund glauben, die Festbeleuchtung würde sie “männlicher” machen (strahlende Penisverlängerung
). 80% dieser Spezies sind die typischen 18-20jährigen, die sich im Leben erst noch beweisen müssen und schon einmal damit anfangen, dass sie überall auffallen wollen, und sei es als leuchtende Verkehrsgefährung.
Das Krasseste, was ich dabei bisher erlebt habe:
Ich fahre mit ca. 160 auf der linken Spur, Überholvorgang, rechts eine kleine Kolonne von “Kriechern”. Vor mir noch einige Fahrzeuge – sonst wäre ich ja auch schneller. ![]()
Von hinten rast ein Wagen mit Nebelscheinwerfern auf mich zu, dessen Fahrer meint wohl, er könne die Autos vor sich einfach “wegscheuchen” und sie zu Bremsmanövern zwingen, damit sie sich in die rechte Kolonne hineinzwängen. Nachdem er einige Sekunden hinter mir sehr dicht auffährt und mein Wageninneres durch sein Flutlicht völlig ausgeleuchtet wird, betätige ich die Nebelschlussleuchte, um ihm zu zeigen, dass er seine Nebelscheinwerfen an hat – vielleicht ist es ja ein Irrtum und er hat es nicht bemerkt. ![]()
Aber was macht der Herr? Er schaltet die Nebelscheinwerfer aus und dann wieder an, um mir zu zeigen, dass er sehr wohl weiss, was er tut. Er will mich einfach nur nötigen. Ich wiederhole meine Aktion mit der Nebelschlussleuchte, woraufhin er das Fernlicht einschaltet und noch dichter auffährt. Ich konnte schon seine ca. 25jährige Fratze erkennen.
Als Resultat klappte ich meinen Rückspiegel um und blieb auf der linken Seite, solange ich es vertreten konnte. ![]()
Was hatte ich mir damals ein Diktiergerät oder einen Beifahrer gewünscht, um sich das Kennzeichen zu merken. Solche Rambofahrer gehören herunter von der Straße!
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