Über den Unsinn von Disclaimern

Warum das Anbringen eines Textes wie:

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß man sich der Verantwortung für Inhalte nicht dadurch entziehen kann, daß man sie nicht selber veröffentlicht, sondern einen Link auf eine fremde Veröffentlichung dieser Inhalte setzt und sich von diesem Link distanziert.

nicht nur Unsinn ist, sondern sogar kontraproduktiv:

http://www.daniel-rehbein.de/urteil-landgericht-hamburg.html

Die Frage: Warum ging das Huhn über die Straße?

Die Frage: Warum ging das Huhn über die Straße?

Eine Übung aus der Motivationspsychologie

KINDERGÄRTNERIN:
Um auf die andere Straßenseite zu kommen.

PLATO:
Für ein bedeutenderes Gut.

ARISTOTELES:
Es ist die Natur von Hühnern, Straßen zu überqueren.

KARL MARX:
Es war historisch unvermeidlich.

TIMOTHY LEARY:
Weil das der einzige Ausflug war, den das Establishment dem Huhn zugestehen wollte.

SADDAM HUSSEIN:
Dies war ein unprovozierter Akt der Rebellion und wir hatten jedes Recht, 50 Tonnen Nervengas auf dieses Huhn zu feuern.

RONALD REAGAN:
Hab ich vergessen.

CAPTAIN JAMES T. KIRK:
Um dahin zu gehen, wo noch kein Huhn vorher war.

HIPPOKRATES:
Wegen eines Überschusses an Trägheit in seiner Bauchspeicheldrüse.

ANDERSEN CONSULTING:
Deregulierung auf der Straßenseite des Huhns bedrohte seine dominante Markposition. Das Huhn sah sich signifikanten Herausforderungen gegenüber, die Kompetenzen zu entwickeln, die erforderlich sind, um in den neuen Wettbewerbsmärkten bestehen zu können. In einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Klienten hat Andersen Consulting dem Huhn geholfen, eine physische Distributionsstrategie und Umsetzungsprozesse zu überdenken. Unter Verwendung des Geflügel-Integrationsmodells (GIM) hat Andersen dem Huhn geholfen, seine Fähigkeiten, Methodologien, Wissen, Kapital und Erfahrung einzusetzen, um die Mitarbeiter, Prozesse und Technologien des Huhns für die Unterstützung seiner Gesamtstrategie innerhalb des Programm-Management-Rahmens auszurichten. Andersen Consulting zog ein diverses Cross-Spektrum von Straßen-Analysten und besten Hühnern sowie Andersen Beratern mit breitgefächerten Erfahrungen in der Transportindustrie heran, die in 2taegigen Besprechungen ihr persönliches Wissenskapital, sowohl stillschweigend als auch deutlich, auf ein gemeinsames Niveau brachten und die Synergien herstellten, um das unbedingte Ziel zu erreichen, nämlich die Erarbeitung und Umsetzung eines unternehmensweiten Werterahmens innerhalb des mittleren Geflügelprozesses. Die Besprechungen fanden in einer parkähnlichen Umgebung statt, um eine wirkungsvolle Testatmosphähre zu erhalten, die auf Strategien basiert, auf die Industrie fokussiert ist und auf eine konsistente, klare und einzigartige Marktaussage hinausläuft. Andersen Consulting hat dem Huhn geholfen, sich zu verändern, um erfolgreicher zu werden.

LOUIS FARRAKHAN:
Sehen Sie, die Straße repräsentiert den schwarzen Mann. Das Huhn „überquerte“ den schwarzen Mann, um auf ihm herumzutrampeln und ihn niedrig zu halten.

MARTIN LUTHER KING JR.:
Ich sehe eine Welt, in der alle Hühner frei sein werden, Straßen zu überqueren, ohne dass ihre Motive in Frage gestellt werden.

MOSES:
Und Gott kam vom Himmel herunter, und er sprach zu dem Huhn „Du sollst die Straße überqueren“. Und das Huhn überquerte die Straße, und es gab großes Frohlocken.

FOX MULDER:
Sie haben das Huhn mit Ihren eigenen Augen die Straße überqueren sehen. Wie viele Hühner müssen noch die Straße überqueren, bevor Sie es glauben?

RICHARD M. NIXON:
Das Huhn hat die Straße nicht überquert. Ich wiederhole, das Huhn hat die Straße NICHT überquert.

MACHIAVELLI:
Das Entscheidende ist, dass das Huhn die Straße überquert hat. Wer interessiert sich für den Grund? Die Überquerung der Straße rechtfertigt jegliche möglichen Motive.

JERRY SEINFELD:
Warum überquert irgendjemand eine Straße? Ich meine, warum kommt jemand darauf zu fragen „Was zum Teufel hat diese Huhn da überhaupt gemacht?“

SIGMUND FREUD:
Die Tatsache, dass Sie sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, dass das Huhn die Straße überquerte, offenbart Ihre unterschwellige sexuelle Unsicherheit.

BILL GATES:
Ich habe gerade das neue Huhn Office 2010 herausgebracht, das nicht nur die Straße überqueren, sondern auch Eier legen, wichtige Dokumente verwalten und Ihren Kontostand ausgleichen wird.

OLIVER STONE:
Die Frage ist nicht „Warum überquerte das Huhn die Straße“, sondern „Wer überquerte die Straße zur gleichen Zeit, den wir in unserer Hast übersehen haben, während wir das Huhn beobachteten“.

CHARLES DARWIN:
Hühner wurden über eine große Zeitspanne von der Natur in der Art ausgewählt, dass sie jetzt genetisch bereit sind, Straßen zu überqueren.

ALBERT EINSTEIN:
Ob das Huhn die Straße überquert hat oder die Straße sich unter dem Huhn bewegte, hängt von Ihrem Referenzrahmen ab.

BUDDHA:
Mit dieser Frage verleugnest du deine eigene Hühnernatur.

RALPH WALDO EMERSON:
Das Huhn überquerte die Straße nicht… es transzendierte sie.

ERNEST HEMINGWAY:
Um zu sterben. Im Regen.

COLONEL SANDERS:
Ich hab eines übersehen?

BILL CLINTON:
Ich hatte zur keiner Zeit irgendwelche sexuellen Kontakte mit diesem Huhn

Wir waren Helden

Nicht lesen, wenn du nach 84 geboren bist!

Kinder von heute werden in Watte gepackt. Wenn du als Kind in oder vor den 90ern lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass du so lange überleben konntest! Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt mit Farbe voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir mühelos öffnen.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen, und auf den Fahrrädern und Mopeds trugen wir nie Helme! Wir bauten Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus, wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht einmal ein HANDY dabei! Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt! Es waren eben Unfälle! Niemand hatte schuld, außer wir selbst. Keiner fragte nach „Aufsichtspflicht“.

Wir kämpften und schlugen uns manchmal grün und blau, damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders. Wir aßen Kekse, Brot mit dick Nutella, tranken viel Cola, Hooch oder „die Blaue Sau“ und wurden trotzdem nicht zu dick oder krank!

In öffentlichen Gebäuden waren wir ständig von Rauchwolken umhüllt! Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche, und niemand starb an den Folgen! Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Handy, Laptops, Internet, Chatrooms. WIR HATTEN FREUNDE! Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Haus oder Wohnung und klingelten! Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln, und gingen einfach hinein! Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern.

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer, und die Prophezeiungen trafen nicht ein; die Würmer lebten nicht in unseren Bäuchen weiter, und mit Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus!

Beim Straßenfußball durfte nur mitspielen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen mit, Entäuschungen klar zu kommen! Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung von Leistungsbewertungen!

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar, und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus den Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung! Mit allem wussten wir umzugehen!

Und DU gehörst auch dazu!!
Herzlichen Glückwunsch!!
Geboren vor 1984 – WIR WAREN HELDEN!!!

P.S.: Eines gibt mir persönlich sehr zu denken: Noch nie hatten die Kinder und Jugendlichen mehr Möglichkeiten, ihre Zeit zu verbringen, miteinander zu kommunizieren und sich weiterzubilden. Eigentlich sollten sie also zufriedener sein als wir damals. Wieso gab es dann in unserer Zeit keine Jugendlichen, die wahllos andere Menschen tot schlugen oder traten, weil ihnen langweilig war?

Auf gängige Antivirenprogramme ist kein Verlass!

Eben habe ich eine schockiernde Erkenntnis gewonnen. Sämtliche namhafte Antivirustools haben einen Trojaner auf meinem PC nicht erkannt.

Es fing damit an, dass ich mir ein Programm aus einer etwas riskanteren Quelle installiert hatte. Dabei machte der Installer nicht weiter und ich schaute mir die Prozessliste an. Siehe da, ein „bot.exe“ lief. Es befand sich in einem TEMP-Verzeichnis des aktuellen Benutzers und war ca. 30Kb groß.

AVAST meinte jedoch, die Datei sei ungefährlich. Also lud ich sie zu virustotal.com hoch. Das Ergebnis war erschreckend:

http://www.virustotal.com/de/analisis/970bee58bc828232f7d9c5e5972e6a6adc8ede2999c5f2a637ad244bc5b11910-1268045235

Nur 4 von 42 Programmen erkannten den Trojaner. Offensichtlich ist er nagelneu und diese 4 Programme machen Heuristiktests, um die Funktionen einer EXE-Datei abzuschätzen.

Der Prozess ließ sich nicht beenden und so startete ich den PC neu. Danach lief ein Prozess svchstx.exe. In dessen Eigenschaften stand witzigerweise „Originalname: bot.exe“. Das muss wohl ein recht dämlicher Programmierer gewesen sein. 🙂 Auch diese Datei befand sich im TEMP und auch nur dort. Ich stoppte den Prozess und löschte die Datei problemlos.

Eine große Lehre hat mir das gebracht: Ich werde mich nie wieder auf Programme wie Avast, Antivir, Kaspersky und ähnliche verlassen. Stattdessen – bzw. zusätzlich zu AVAST – habe ich mir Prevx installiert, welches einen hervorragenden Eindruck macht: http://www.prevx.com/.

Es gibt eine kostenlose Version, die ich eine Zeitlang testen werde. Und danach hole ich mir vermutlich eine Lizenz. Es ist erschreckend, was die Entwickler auf deren Website als Statistik posten: http://www.prevx.com/avgraph/2/Avast.html.

Damit ist Avast für mich gestorben.

Viele Grüße
Thomas

Star Trek Online – leider ein Flop

Monatelang habe ich – wie viele Tausende anderer Spieler/Trekkies – auf das erste MMORPG im Weltall unter der Lizenz von Star Trek gewartet.

Ich hatte die GOLD Edition bei Amazon UK vorbestellt, weil es dort sehr viel günstiger war. Zwei Tage, bevor es geliefert werden sollte, stornierte Amazon meine Preorder mit der Begründung, ihnen seien nicht genügend Spiele geliefert worden. Amazon DE erging es wohl genauso, beide nahmen das Spiel aus dem aktuellen Verkauf. Sofort wurde es von Drittanbietern für bis zu 80 Euro angeboten.

Eine Woche später erhielt ich dann meine SILVER Editition, auch aus UK, mit dem so heißbegehrten Borg Offizier als Beigabe. Damals dachte ich noch, das sei etwas Besonderes – später stellte sich heraus, dass außer der Kleidung nix Besonderes an dem NPC ist.

Nachdem das Installieren gefühlte 30 Minuten dauerte, lud das Spiel beim ersten Start glatte 1,1 GB Patch herunter, was bei 50-100 KB/s ca. 3 Stunden dauerte.

Danach konnte ich endlich meinen ersten Charakter erstellen, wobei sich mir gleich nicht so recht erschloss, wo denn die Unterschiede waren. Es wurde auch nichts dazu erklärt. Es gab eine Taktikerklasse (vermutlich Kämpfer), eine Ingenieursklasse (Gruppenunterstützung)  und eine Wissenschaftsklasse (die heilen kann). Ich nahm die letztere, weil ich immer sehr gern einen Heiler gespielt habe und legte los.

Ohne irgendeine Art von Tutorial findet man sich gleich mitten in einem Angriff der Borg wieder. So läuft man ein bissel durch die Gegend, beamt hier und dorthin und metzelt irgendwelche NPC nieder. Da der Captain des Schiffes, auf dem man Dienst tut, ums Leben kommt, wird man kurzerhand selbst zum Captain gemacht, allerdings im Range eines Fähnrichs. 🙂
Im Spiel wird nichts über die Spielmechanik oder die Skillung erklärt, das muss man sich aufgrund der Tooltips zusammenreimen. Und die sind deutsch und englisch gemischt und sagen so gut wie nichts aus.

Recht schnell hatte ich drei weitere Offz-Anwärter an meiner Seite bzw. unter meinem Kommando.  Man spielt also in einer Gruppe, wobei die NPC aber völlig automatisch und recht gut ihre Skills einsetzen. Man kann sich fast in die Ecke setzen und zusehen. Da unter ihnen auch ein Wissenschaftler war, heilte dieser automatisch bei jedem Bodenkampf, so dass mein Skill nutzlos war. Ich machte mir also einen neuen Charakter, diesmal einen „Kämpfer“.

Nach dieser Einführung bekommt man ein kleines Raumschiff, mit dem man dann Missionen erledigen kann. Das Spiel besteht also aus einem Bodenteil und einem Raumteil.

Und nun zu meinem  Urteil:

Bei einem MMO im Star Trek Universum habe ich grenzenlose Weiten, viele geheimnisvolle Rassen, Abenteuer, Verschwörung, epische Storys erwartet. Und natürlich eine zeitgemäße UI auf modernstem Stand der Technik.

Ich erwartete, dass sich vor mir eine epische Mission auftut, die ich wochenlang in kleinen Untermissionen verfolge, um schließlich zu irgendeinem entfernten Ziel zu gelangen. Eben so, wie man es von ST gewohnt ist: Reisen in unbekanntes Gebiet, dabei neue Personen/Rassen/Planeten kennenlernen, auf Herausforderungen verschiedenster Art treffen. Dabei bleiben Konflikte natürlich nicht aus, die man am besten mit diplomatischem Geschick, unter Umständen aber auch mit Gewalt löst. Hier käme ein Skillsystem wie in Fallout sehr gut zum Zuge. Wer besser in Diplomatie ist, der kann verhandeln, wer ein Kämpfer ist, „muss“ die Waffen sprechen lassen oder es mit Drohungen versuchen.

Ob es Englisch oder Deutsch ist, die Server die ersten Tage ständig down sind oder die Grafiken suboptimal, das alles sind Kleinigkeiten, die schnell beseitigt werden können und die man von jedem Launch kennt.

Was mich aber wirklich stört (und was nicht eben mal wegzupatchen ist), sind die veraltete Spielmechanik und das Fehlen von Abenteuer, Storyline, MMO und RPG. Das Ganze fühlt sich an wie ein Sharewarespiel von vor 5-10 Jahren.

Die Fähigkeiten der Bodentruppe erinnern an Mass Effect, nur sehr sehr viel schlechter. Ich habe als Kämpfer mit Level 16 einen Nahkampfskill (mehr werden es wohl auch nicht), einen Standardschuss, den ich ständig drücken muss (kein Autoschuss), eine Spezialeigenschaft der jeweiligen Waffe wie Scharfschuss und eine Granate. Das ist alles an Skills. Dementsprechend läuft jeder Kampf gleich ab. Durchgehend auf die 1 hämmern, alle paar Sekunden auf die 2 und 5, das ist der gesamte Kampfablauf. Meine Offiziere kämpfen und heilen komplett selbständig, irgendeine Art von Denken ist nicht notwendig.

Der Raumkampf sollte ja eigentlich etwas ganz Besonderes sein, wenn man an Star Trek denkt. Doch es spielt sich wie ein Egoshooter in Zeitlupe. Obwohl man einen Waffenoffizier hat, muss man die Waffen wie beim Bodenkampf ständig wieder manuell auslösen und sich dabei noch in Zeitlupe um die eigene Achse oder um einen Gegner drehen. Da solche Kämpfe teilweise sehr lang dauern können, tun einem danach ziemlich die Finger/Hände weh. Ein Spieler meinte im Forum, das sei ideal für die Ausbildung eines Karpaltunnelsyndroms. Auf jeden Fall ist es lächerlich, dass der Captain eines taktischen Raumschiffs jeden einzelnen Schuss befehlen muss oder sogar selbst auslösen. Das Ganze macht auch nur Spaß, solange es neu ist. Danach ist es nur noch mühsam.

Bei einem Weltraumspiel ist die Navigation sehr wichtig, da man durch riesige Gebiete fliegt. Ich kenne so ziemlich alle Spiele dieses Genre (spiele seit 25+ Jahren); die Karten waren dreh- und zoombar, man konnte jeden Stern oder Planeten anklicken und bekam dann die einzelnen Anflugspunkte gezeigt oder wird sogar per Autopilot hingeführt. Und wie es in den neuesten MMO üblich ist, sollte man ebenso auf Planetennamen, Sternnamen oder Namen von NPC klicken können, um eine Route zu ihnen zu erhalten. Die Karte bei STO ist jedoch komplett statisch, ein einfaches Bild. Es gibt keine Suchfunktion, so dass man mühsam die ganze Karte nach einem bestimmten Namen absuchen muss.

Ich konnte nicht glauben, wie veraltet und lieblos das gemacht worden ist.
Alles in allem habe ich den Spaß an dem Spiel schon komplett verloren. Ich habe mein Abo gekündigt und logge mich jeden Abend aus Langeweile mal für eine Stunde ein, um dieselben Quests zu machen wie den Tag zuvor. Zu „erleben“ gibt es nichts. Eine Storyline ist auch nicht vorhanden.

Die nächste interessante Abwechslung wird es wohl erst geben, wenn ich LC bin, und das wird noch eine ganze Weile dauern, zur Zeit bin ich LT 7.

Ich hatte mich SO auf das Spiel gefreut, und sie haben einen Weltraum-Egoshooter draus gemacht.

Viele Grüße
Thomas

Artikel zu Spielesucht – speziell WoW – auf Amazon

Original hier: http://www.amazon.de/tag/pc-spiele/forum/ref=cm_cd_NOREF?_encoding=UTF8&cdForum=Fx3HMTMHJ9JFRZL&cdPage=1&newContentNum=20&cdMSG=addedToThread&cdSort=oldest&cdThread=Tx3PIFS8R2V1LY4&newContentID=Mx1BT3S1F4P4RZ0#CustomerDiscussionsNRPB

Ich bin 45, kenne so ziemlich jedes Spielgenre und habe jahrelang selbst Spiele verkauft. Ich habe die gesamte Entstehung der Spielebranche miterlebt. So etwas wie WoW gab es vorher noch nie! Ich habe es vier Jahre lang – immer mit monatelangen Unterbrechungen bis zum nächsten Addon – fast jeden Abend gespielt und weiß, wovon ich schreibe.
Das Spiel scheint von Psychologen mit entwickelt worden zu sein, denn es spricht nahezu alle Triebe des Menschen an. Dazu gehören Abenteuerlust, Forschungsdrang und der Spaß an ständig Neuem ebenso wie Sammlerleidenschaft und Geltungsdrang. Besonders wichtig im Spiel sind auch die zahlreichen positiven Wertbestätigungen und Gruppenverhalten wie in tierischen Rudeln. Natürlich gab es das bei früheren Rollenspielen auch schon, aber bisher war keines so einsteigerfreundlich.

Selbst meine Mutter oder ein 6jähriges Kind würde damit klarkommen, wenn der Wille bestünde. Und genau das ist der Grund für den Erfolg von WoW. Millionen Menschen, die vorher nur Kartenspiele kannten, setzten sich an den PC und konnten sofort ins Spiel einsteigen – und werden sofort und regelmäßig für bestimmtes Verhalten belohnt, während sie auf einem breiten Pfad durchs Spiel geführt werden. So konditioniert man Tiere zu einem bestimmten Verhalten, und auch bei Menschen klappt das.

Ich muss im Spiel nicht nachdenken, nicht planen oder kreativ sein. Ich muss mir einfach eine von dutzenden Quests aussuchen und der Beschreibung folgen. Wenn ich zu dumm bin, um die Beschreibung zu verstehen, dann frage ich andere Spieler, lese auf einer Website nach, oder lasse mich durch ein Addon mit einem dicken Pfeil direkt zur Lösung führen. Auf jeden Fall bekomme ich nach einiger Zeit mein „Leckerli“ und bin glücklich, etwas erreicht zu haben. Damit kann ich dann je nach Charakter vor anderen Spielern herumprotzen.

Eines ist sehr wichtig bei dem Spiel: Es kommt NICHT darauf an, klug, kreativ, reaktionsschnell, zielgenau oder sonstiges zu sein. Man muss einfach nur immer wieder dasselbe machen, bis man es schafft, also reine Konditionierung. Durch 12 Stunden Spielen pro Tag MUSS man zwangsläufig „besser“ im Spiel werden als Jemand, der „nur“ 3 Stunden am Tag spielt. Dieser Spieler ist aber deshalb nicht wirklich besser im Sinne, dass er durch Fähigkeiten etwas besser leistet, er hat einfach nur auswendig gelernt, welche Tasten er drücken muss.

In andern Fällen muss man eine Aufgabe 50mal lösen, damit man einmal die richtige Belohnung erhält, z.B. in Form einer Waffe oder eines Rüstungteils. Das hat natürlich nichts mit einer wirklichen Leistung des Spielers zu tun, ebenso wenig wie ein Fließbandarbeiter damit protzen würde, 1000mal dieselben Teile in eine Maschine geschoben zu haben. Komischerweise halten es aber in WoW viele Spieler für eine sinnvolle Tätigkeit und eine Leistung.

Eine weitere Krux, die fast alle diese Spiele haben: Es gibt sogenannte Spielerlevel. Man fängt mit 1 an und hört mit XX auf. Mit jedem Levelanstieg wird man in allen Fähigkeiten besser, unabhängig davon, wie oft oder wie gut man sie eingesetzt hat. Man kann eine Fähigkeit noch nie eingesetzt haben und ein anderer Spieler tut es den ganzen Tag. Trotzdem ist man besser darin allein durch einen höheren Level. Das widerspricht völlig der realen Welt, in der man lernen und üben muss, um gut zu werden. In WoW wird es einem geschenkt. Jetzt ist auch klar, wieso gerade leistungsschwache Menschen süchtig nach diesem Spiel werden, nicht wahr? 🙂

Dies alles führt dazu, dass ein Spieler, um sich von der Masse abzuheben – oder auch nur einigermaßen gut zu sein – sehr viel Zeit durch Fließbandarbeit im Spiel verbringen muss.

Dies führt dann zum Abbau sämtlicher anderen Tätigkeiten wie das Treffen von Freunden, Lernen für die Schule/Uni oder auch den Umgang mit Partner und Kindern.

Meine letzte Beziehung ging genau daran zu Grunde. Einem Nichtspieler wird das gar nicht in den Kopf gehen, wenn ich erzähle, dass meine Partnerin monatelang jeden Abend von 17 Uhr bis nach Mitternacht mit einem Headset vor dem PC saß und spielte, statt sich in irgendeiner Weise mit mir oder ihren drei Kindern zu beschäftigen. Sie aß sogar vor dem PC, weil sie auch nicht 15 Minuten lang das Spiel mit ihrer Gruppe – die dann ja auf sie warten müsste – unterbrechen konnte.

Und das alles empfand sie als völlig normal und dachte überhaupt nicht darüber nach, was sie uns allen antat. Nachdem ich auszog, nahm sie sich einen WoW-Spieler als Affäre, was aber nur ein Jahr hielt. Ihre Tochter wurde mit 15 Jahren aus Protest schwanger und ist jetzt schon ein Sozialfall. Was mit den andern Kindern passiert, dürfte klar sein.

Ich würde keinem Jugendlichen dieses Spiel erlauben. Sogar viele Erwachsene sind extrem gefährdet.

Lesenswertes