Der tägliche Irrsinn mit Firmen #1 sparhandy.de / OTELO

Nachdem ich mir bei fast jeder Firma die Haare raufe, weil sie wieder die einfachsten Prozesse nicht hinbekommen, habe ich mir jetzt vorgenommen, jeden Fall hier festzuhalten.

Ich hatte Lust, mir ein Galaxy S8 samt Vertrag zu gönnen und überlegte tagelang, zu welchem Anbieter ich gehen soll. Schließlich fiel meine Wahl auf sparhandy.de, den laut Check24 günstigsten Anbieter. Provider sollte Otelo sein, was zwar nicht optimal ist, aber egal.

Also habe ich Samstag, den 01.07., einen Antrag gestellt, der auch von Check24 mit allem drum und dran, samt Login auf der Website von sparhandy.de, gewohnt professionell bestätigt wurde. Von sparhandy.de erhielt ich seltsamerweise bis heute (06.07.) keine Email. Also loggte ich mich auf Verdacht dort ein und las, dass der Vorgang angeblich bei Vodafone hänge.

Ich schrieb eine Email an den Support und fragte, was so lange dauert, woraufhin ich nach ca. 15 Minuten eine automatische Antwort erhielt, man „bemühe“ sich, innerhalb von zwei Werktagen zu antworten. Da kommt Hoffnung auf.

Ein paar Stunden später – ich war gerade unterwegs und saß im Auto – erhielt ich diese verwirrende Email:

Leider ist in Ihrem Fall keine Rufnummernmitnahme möglich, da es sich um eine anbieterinterne Rufnummernmitnahme ( gleiches Netz, gleicher Provider ) handelt.
Gerne lassen wir Ihnen eine neue Rufnummer schalten. Bitte beachten Sie, dass wir keinen Einfluss auf die Vergabe der Rufnummern haben.

Offensichtlich können die Angestellten ihre eigenen Verträge nicht lesen:

Tarif OTELO Allnet Flat XL+ CH24/CB45
Netz Vodafone
Netzbetreiber Vodafone
Rufnummernportierung
Bisheriger Provider: congstar Services GmbH
Portierungstyp: Schnellstmöglich
Vertragsart: Postpaid Vertrag Bisheriges Netz: T-Mobile

Nach meiner sofortigen Antwort habe ich bisher keine Reaktion mehr erhalten.

Update 06.07.

Nachdem ich schließlich auf deren Facebook Seite eine Anfrage gestellt hatte, erhielt ich nach 15 Minuten einen Anruf von einem sehr fähigen Mitarbeiter. Es stellte sich heraus, dass die Portierung seitens Vodafone ohne Begründung(!) fehl schlug und die Abteilung dann im PC sah, dass ich vor zwei Jahren schon einmal über Sparhandy zu OTELO gewechselt war. Also schlussfolgerten sie: Kunde ist zu blöd, um zu wissen, wo er seinen Vertrag hat, wir schicken eine Email raus.

Ich erklärte, dass ich gerade zwei Monate vorher zur Congstar gewechselt war – was Sparhandy natürlich nicht wissen konnte . Aber deshalb hatte ich es ja auch im Antrag geschrieben. Das nächste Problem war, dass ich bei dem Antrag den Namen meiner Mutter angegeben hatte, bei Congstar aber meinen eigenen, und da macht OTELO wohl keine Portierung. Congstar hatte dagegen anders herum keine Probleme damit.

Ich habe den Antrag auf mich umschreiben lassen und harre der Dinge, die da kommen.

Update 07.07.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Eben rief mich eine nette Dame von Sparhandy an und teilte mir mit, dass es NOCH ein Problem gebe. Ich sei ja ehemals bei OTELO gewesen, und die haben meine Nummer beim Wechsel zu Congstar nicht richtig gelöscht. Also hat deren System den Portierungswunsch erneut automatisch abgelehnt. Nun würde man denken, dass in 2017 nur ein Klick nötig ist, um so etwas zu korrigieren, aber offenbar nicht bei OTELO. Die Frau muss Dienstag dort anrufen und es klären, damit eventuell Mittwoch das Ganze erneut versucht werden kann. Bei normalerweise drei Werktagen bis zur Erfüllung wird es also bis Ende nächster Woche dauern. Samstag läuft das Angebot von Samsung für eine kostenlose Ladestation aus. Bin gespannt, was da noch passiert.

Update 08.07.

Nachdem ich durch ein Blog erfahren habe, dass Sparhandy jetzt den von mir zuerst gewählten Tarif selbst anbietet und einiges günstiger, habe ich den Antrag bei OTELO storniert und bei Sparhandy den neuen bestellt. Und siehe da, heute bekam ich schon die Bestätigung, dass die Lieferung unterwegs ist. Wenn jetzt die Leistung von O2 noch ok ist, geht doch noch alles in Ordnung.

Ehe für alle

Für mich ist diese Entscheidung Kosmetik.
„Mit 46 % lebte 2015 etwas weniger als die Hälfte aller gleich­geschlecht­lichen Paare in einer einge­tragenen Lebens­partnerschaft (43 000 Paare).“ (www.destatis.de)

Das sind gut 0,1 % unserer Bevölkerung. Wann wurde zuletzt so ein Bohai gemacht wegen einer Gesetzesänderung, die 0,1 % der Deutschen betrifft?

Viel extremere Gesetze, die jeden Menschen im Land betreffen, werden währenddessen durchgewunken.

Alexa, das geht besser!

Alexa wird vorwiegend als Fernsteuerung für Wecker, Timer, Wetter und Home Automation vermarktet. Trotzdem wäre leicht viel mehr machbar, als jetzt geht.

Ich habe mir als Nerd natürlich sofort ein Echo Dot gekauft. Es ist anfangs witzig, auf Zuruf Aktionen starten zu können, zumal die Qualität der Mikrofone sehr hoch ist. Man kann durch laufende Musik hindurch Befehle geben und sie werden verstanden. Meine Mutter mit 79 Jahren war total geflasht, als Alexa nach „Spiel deutsche Schlager“ tatsächlich ihre Lieblingsmusik spielte.

Aber die Technik mit den Skills ist (noch) sehr unausgereift.

Um es kurz zu erklären: Alexa weiß „von der Welt“ nicht allzu viel. Was sie weiß, kann man nur durch Herumprobieren herausfinden. Alexa suicht nicht im Netz, wenn sie keine Antwort weiß. Sie sagt dann einfach, dass sie keine Antwort kennt. Damit liegt sie Welten hinter Google Now oder noch extremer hinter Google Assistant zurück.

Amazon unterstützt sehr wenige Anwendungen nativ, z.B. Todoist und Anydo für Todo Listen. Damit kann man in diesen Apps mit einem Befehl Einträge vornehmen. Andere gängige Apps wie z.B. Bring oder viele weitere werden nicht nativ unterstützt.

Um Alexa „schlauer“ zu machen, kann man mit einem recht komplexen System sogenannte Skills entwickeln und bereitstellen.
Dazu wird ein Skillname ausgewählt, auf den Alexa reagiert. Anschließend werden Abfragen definiert, die der Skill erkennt. Als letztes werden Antworten auf diese Anfragen definiert, wobei die Skills auch auf Datenbanken Zugriff nehmen können, z.B. bei Fernsehprogrammen oder Kinoaufführungen. Jeder Skill muss manuell installiert werden, Alexa hilft dabei nicht. Nur wenn man den Namen des Skills kennt – und woher kennt man den, wenn es einmal tausende gibt – kann man Alexa bitten, den Skill zu installieren.

Das Problem ist:
Man muss sich merken, wie jeder einzelne Skill genannt wird und welche Syntax er versteht.
So muss man bei jeder Abfrage den Skill nennen und eine Frage, z.B. „Frage Fernsehprogramm was heute Abend läuft“,  „Öffne Mantawitze und erzähle mir einen Mantawitz.“ oder „Frage den Abfallkalender, welche Tonne als nächstes raus muss.“

Bei einigen Skills kann man auch sagen „Starte <skill>“ und kann dann nacheinander Abfragen nennen, bis man mit „Stop“ den Skill beendet (ich nenne das temporäres Locking). Gute Skills erklären nach jeder Antwort, was man als nächstes tun kann oder man kann Aufzählungen mit „Weiter“ durchblättern.
Beispiel: „Starte Fernsehprogramm“ und nach der Antwort von Alexa „Was läuft heute um 20:15“. Sie nennt drei Sender und fragt, ob man weitere Sendungen genannt bekommen möchte.

Und hier sehe ich das Problem.

Ich möchte sagen können: „Was kommt heute Abend im TV?“ und nicht sagen müssen „Frage <Fernsehprogramm> was heute Abend läuft“.

Wenn es in einem Jahr zehntausende Skills gibt, wer soll sich alle Namen und die dazugehörigen Fragen merken können? Insbesondere da Marketingleute schon jetzt allen Firmen raten, dringend einen eigenen Skill zu entwickeln, damit sie dabei sind. Also wird es Opel-Skills, Mercedes-Skills, Toyota-Skills, McDonalds-Skills und was weiß ich noch alles geben.

Wie es laufen sollte:

Anbieter stellen Datenbanken zur Verfügung, auf die Alexa zugreifen kann. Sie erweitern quasi das Grundwissen von Alexa, ohne selbst angesprochen werden zu müssen. Alexa muss in die Lage versetzt werden, in allen installierten – oder besser noch in allen existierenden – Skills nach Ergebnissen suchen zu können. Dazu könnte jedem Skill eine Reihe von Kategorien zugeteilt werden, zu denen er Informationen geben kann, z.B. „Auto“, „Kino“, „Fernsehprogramm“, „Lexikon“, „Wetter“, „Medizin“, „Lotto“ usw. Alexa erkennt Stichwörter, durchsucht die entsprechenden Datenbanken, fragt sie ab und formuliert eine Antwort. Dazu muss Alexa natürlich zu einer echten KI werden und nicht darauf beschränkt bleiben, reine Texterkennung zu betreiben. Sie muss in den Anfragen erkennen, um welche Kategorie(n) es sich handelt.

Beispiel: Ich frage Alexa nach dem Fernsehprogramm für Heute Abend. Alexa sucht in den Datenbanken nach denen mit Kategorie „Fernsehprogramm“, fragt diese ab und liefert das Ergebnis. Da Alexa ohnehin online ist, sehe ich keinen Grund, wieso Skills überhaupt installiert werden müssen. Google Assistant braucht das auch nicht. Die Antwort mag das erste Mal etwas länger dauern. Alexa kann sagen „Moment, ich muss die Informationen abfragen“ und speichert anschließend die Daten lokal für späteren schnelleren Zugriff. Findet Alexa keinen passenden Skill/Datenbank, sucht sie im Netz (am besten mit Google) und bereitet die Daten auf.

Google Assistant z.B. setzt ausschließlich auf Online-Ergebnisse und liefert dank Zusammenarbeit mit immer Datenbanken – und vor allem Googles Knowledge Graph – sehr gute Ergebnisse, und das innerhalb weniger Sekunden. Erstaunt war ich letztens wieder, als ich mein Smartphone fragte: „Welche Ärzte haben in der Nähe geöffnet“.

Die Leute kennen Google und sind dementsprechend verwöhnt, beliebige Abfragen formulieren zu können und vernünftige Ergebnisse zu bekommen.

Ich bin optimistisch und hoffe, dass die Entwickler meine Gedankengänge nach ein bissel Erfahrung ebenso haben werden.

Warnung vor stylelux.de

Auf Facebook wurde vor kurzem eine Werbung eingeblendet, die folgendermaßen aussah:

Style Werbung

Klickt man auf den Link, so erscheint folgende Seite:

Style1

An dieser Stelle ist zwar nicht klar, wieso man seine Adresse eingeben soll, aber aus Neugier haben es wohl eine Menge Leute gemacht. Anschließend kommt:

Style2

Ok, sie wollen die Emailadresse, was einen nicht besonders wundert, denn das wollen ja so gut wie alle Webseiten. :-/

Style3

Es wird angeboten, ein weiteres Produkt zu kaufen, was wir aber dankend mit Klick auf den kleinen Link unten ablehnen.

Style4

Voila, wir haben angeblich schon einen Kauf bestätigt. Das ist seltsam, denn wir haben nirgends auf „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ oder auch nur auf einen Button „Kaufen“ geklickt. Hier soll man „im Nachhinein“ eine Bezahlart auswählen, ansonst wird „Kauf auf Rechnung“ angenommen.

Folgende Dinge fallen auf:

  • Wir haben nicht den Namen des Produkts erfahren.
  • Wir haben nicht die Anzahl des Produkts erfahren.
  • Wir haben nicht den Preis des Produkts erfahren.
  • Wir haben keine Informationen über eventuelle Versandkosten erhalten.
  • Wir haben in keine AGB eingewilligt.
  • Wir haben vor allem in keinen Kauf eingewilligt.

Die meisten Leute werden an dieser Stelle wohl einfach die Seite schließen, weil es ihnen zu undurchsichtig erscheint.

Die Firma schickt umgehend eine wenig aussagende BestätigungseMail, die entweder im Spam landet, die man übersieht oder nicht ernst nimmt:

Wie man sieht, erfährt man weder, was man angeblich bestellt hat noch den Preis.

Reagiert man nicht, so erhält man einige Zeit später eine weitere EMail mit einer Versandbestätigung:

 

Bild 2016-08-22 21 27 35

Auf die angeblich zweimal bestellten „Detox Deluxe“ werden zum einen Versandkosten in Höhe von 9,95€ aufgeschlagen und außerdem eine „Rechnungsgebühr“ in Höhe von 4,95€.

Schaut man sich die Website einmal genauer an, so wird deutlich, dass die Ware aus Dänemark verschickt wird, obwohl wir uns auf einer deutschen Domain befinden:

Bild 2016-08-22 21 34 28

Desweiteren liest man in den „Allgemeinen Verkaufsbedingungen“:

Bild 2016-08-22 21 35 27

Falls also Jemand diese unerwünschte Lieferung zurückschicken möchte, soll er die Portokosten nach Dänemark übernehmen – so hat die Firma in jedem Fall keine Kosten.

Davon abgesehen, dass dies eine typische Betrügermasche ist, gibt es noch eine Kuriosität. Geht man nämlich normal auf die Website http://stylelux.de/schonheitszubehor und wählt dieses „Luxdetox“ aus, so bekommt man gänzlich andere Seiten angezeigt. Plötzlich gibt es einen Warenkorb mit Nennung der Versandkosten und es gibt sogar einen Button, der den Bestellvorgang eindeutig klar macht:

Bild 2016-08-22 21 40 32

Klickt man hier auf „Zur Kasse“, so erscheint eine einigermaßen übliche Seite:

Bild 2016-08-22 21 42 08

Hier läuft also ein relativ normaler Kaufvorgang ab.

Was sagt uns dies?

Folgt man der Facebookwerbung, so wird man über einen speziell programmierten Pfad geführt, der eindeutig die Absicht verfolgt, unter Umgehung aller üblichen – und gesetzlich vorgeschriebenen – Wege Menschen zu einem angeblichen Kauf zu verleiten.

Ich nehme an, dass sehr viele Menschen aus Angst, es könne „noch teurer“ werden, den Betrag bezahlen, um diese ominösen – und mit Sicherheit wirkungslosen„Entgiftungspflaster“ zu erhalten.

Mein Rat als Antwort per Email:

Ich habe auf Ihrer Website keine Ware bestellt, sondern mir lediglich etwas angesehen. Ich habe von Ihnen auch keine Erklärung zum Widerrufsrecht erhalten. Sie sehen einen Klick auf einen Button namens „Fortsetzen“ als Kaufbestätigung an. Das ist nach deutschem Recht gesetzwidrig. Es kam also in keinem Fall ein Kaufvertrag zustande.
Weitere Mahnungen sind zu unterlassen und werden jedenfalls nicht zur Zahlung führen und werden auch nicht beantwortet. Der Versuch, einen nicht bestehenden Anspruch durch Inkassobelästigung oder Anwaltsmahnungen beizutreiben, wird nicht erfolgreich sein. Einem gerichtlichen Mahnbescheid wird fristgemäß widersprochen werden. Unter Hinweis auf § 28a BDSG wird die Datenweitergabe an Auskunftsdatenbanken untersagt.

Ich erkläre mich bereit, die Annahme zu verweigern. Damit ist die Sache für mich erledigt.

Sollte die Ware bereits angenommen worden sein:

Die Ware liegt hier zur Abholung bereit. Sollten Sie die Ware nicht innerhalb von 14 Tagen abholen, sehe ich sie als Geschenk an und verfahre damit, wie ich es für richtig halte.

Wer diesem Betrug aufgesessen ist, sollte es an Facebook melden. Vielleicht nutzt es ja etwas.

Dieser Text darf mit Nennung des Links auf diese Seite kopiert werden.

 

Weshalb Muslime lügen dürfen – aus dem Leben Mohammeds

Schon der iranische Philosoph und Begründer der ersten monotheistischen Religion der Welt, Zartošt [زرتشت] (Zarathustra), beschäftigte sich mit Begriffen wie „Wahrheit und Lüge“. Sich zur Wahrheit …

Quelle: Weshalb Muslime lügen dürfen – aus dem Leben Mohammeds | Online-Magazin Pârse&Pârse پارسه و پارسه

Wenn unter Android M Secure Settings nicht mehr wollen

Secure Settings ist ein Android Addon, mit dem man z.B. in Tasker GPS ein- und ausschalten kann, wenn man über Root verfügt. Mit Android M und dem neuen SuperSU findet Secure Settings kein Root mehr und verweigert seine Dienste.

Kurioserweise reicht folgendes in der Shell aus, um es zu fixen:

adb shell
su
mount -o remount,rw /system
touch /system/bin/su
mount -o remount,ro /system
exit
reboot 

Statt adb kann man auch eine App wie Android Terminal Emulator benutzen.

Danke an Jens Potthast.

Wenn die Haifische Menschen wären

„Wenn die Haifische Menschen wären“, fragte Herrn K. die kleine Tochter seiner Wirtin, „wären sie dann netter zu den kleinen Fischen?“ „Sicher“, sagte er. „Wenn die Haifische Menschen wären, würden sie im Meer für die kleinen Fische gewaltige Kästen bauen lassen, mit allerhand Nahrung drin, sowohl Pflanzen als auch Tierzeug. Sie würden sorgen, daß die Kästen immer frisches Wasser hätten, und sie würden überhaupt allerhand sanitäre Maßnahmen treffen. Wenn zum Beispiel ein Fischlein sich die Flosse verletzen würde, dann würde ihm sogleich ein Verband gemacht, damit es den Haifischen nicht wegstürbe vor der Zeit. Damit die Fischlein nicht trübsinnig würden, gäbe es ab und zu große Wasserfeste; denn lustige Fischlein schmecken besser als trübsinnige. Es gäbe natürlich auch Schulen in den großen Kästen. In diesen Schulen würden die Fischlein lernen, wie man in den Rachen der Haifische schwimmt. Sie würden zum Beispiel Geographie brauchen, damit die großen Haifische, die faul irgendwo liegen, sie finden könnten. Die Hauptsache wäre natürlich die moralische Ausbildung der Fischlein. Sie würden unterrichtet werden, daß es das Größte und Schönste sei, wenn ein Fischlein sich freudig aufopfert, und daß sie alle an die Haifische glauben müßten, vor allem, wenn sie sagten, sie würden für eine schöne Zukunft sorgen. Man würde den Fischlein beibringen, daß diese Zukunft nur gesichert sei, wenn sie Gehorsam lernten. Vor allen niedrigen, materialistischen, egoistischen und marxistischen Neigungen müßten sich die Fischlein hüten und es sofort den Haifischen melden, wenn eines von ihnen solche Neigungen verriete. Wenn die Haifische Menschen wären, würden sie natürlich auch untereinander Kriege führen, um fremde Fischkästen und fremde Fische zu erobern. Die Kriege würden sie von ihren eigenen Fischlein führen lassen. Sie würden die Fischlein lehren, daß zwischen ihnen und den Fischlein der anderen Haifische ein riesiger Unterschied bestehe. Die Fischlein, würden sie verkünden, sind bekanntlich stumm, aber sie schweigen in ganz verschiedenen Sprachen und können einander daher unmöglich verstehen. Jedem Fischlein, das im Krieg ein paar andere Fischlein, feindliche, in anderer Sprache schweigende Fischlein tötete, würden sie einen Orden aus Seetang anheften und den Titel Held verleihen. Wenn die Haifische Menschen wären, gäbe es bei ihnen natürlich auch eine Kunst. Es gäbe schöne Bilder, auf denen die Zähne der Haifische in prächtigen Farben, ihre Rachen als reine Lustgärten, in denen es sich prächtig tummeln läßt, dargestellt wären. Die Theater auf dem Meeresgrund würden zeigen, wie heldenmütige Fischlein begeistert in die Fischrachen schwimmen, und die Musik wäre so schön, daß die Fischlein unter ihren Klängen, die Kapelle voran, träumerisch, und in allerangenehmste Gedanken eingelullt, in die Haifischrachen strömten. Auch eine Religion gäbe es da, wenn die Haifische Menschen wären. Sie würden lehren, daß die Fischlein erst im Bauch der Haifische richtig zu leben begännen. Übrigens würde es auch aufhören, wenn die Haifische Menschen wären, daß alle Fischlein, wie es jetzt ist, gleich sind. Einige von ihnen würden Ämter bekommen und über die anderen gesetzt werden. Die ein wenig größeren dürften sogar die kleineren auffressen. Das wäre für die Haifische nur angenehm, da sie dann selber öfter größere Brocken zu fressen bekämen. Und die größeren, Posten habenden Fischlein würden für die Ordnung unter den Fischlein sorgen, Lehrer, Offiziere, Ingenieure im Kastenbau usw. Kurz, es gäbe überhaupt erst eine Kultur im Meer, wenn die Haifische Menschen wären.“

Bertold Brecht

Rewe Online angetestet

(Dies habe ich im Namen einer guten Bekannten geschrieben)

Da Rewe jetzt Onlinebestellungen anbietet, wollte ich es ausprobieren. Ich habe also Anfang der Woche zwei Stunden lang Waren für ca. 135€ ausgewählt, für Samstag bestellt und per PayPal bezahlt.

Heute Morgen ergab es sich aber, dass ich Samstag nicht zuhause sein werde. Also rief ich die Kundenhotline an und bat um eine Änderung. Der Herr an der Hotline teilte mir mit, ich müsse die Änderung selbst über deren Website vornehmen, er könne es nicht. Ich loggte mich also ein und folgte den Anweisungen des Mitarbeiters.  Mich wunderte, dass beim Klicken auf Ändern die gesamte Bestellung erneut in den Warenkorb gelegt wurde und offensichtlich eine neue Bestellung angestoßen wurde. Es wurden nacheinander Lieferadresse, Lieferzeitpunkt und Zahlungsart abgefragt. Ich gab als Lieferzeitpunkt nächsten Dienstag an.

Als ich auf die PayPal Seite geleitet wurde, auf der ich erneut die Zahlung vornehmen sollte, stutzte ich und fragte den Mitarbeiter, wieso ich noch einmal zahlen soll. Seine Antwort war, ich könne jetzt abbrechen, die Änderung sei vorgenommen worden.

Heute – Freitagabend – bekam ich eine E-Mail, welche die Lieferung für Samstag(!) bestätigte. Ich rief sofort erneut die Hotline an und wollte das klären. Der Mitarbeiter leitete mich durch denselben Vorgang. Nach Klicken auf „Ändern“ meiner aktiven Bestellung wurde die komplette Bestellung in den Warenkorb gelegt. Ich solle den kompletten Vorgang wiederholen. Als ich abermals auf der PayPal Seite war und mit „Jetzt kaufen“ eine Zahlung über den alten Betrag erneut autorisieren sollte, sagte ich dem Mitarbeiter, dass ich das nicht tun werde, weil mein Konto dann erneut belastet werde. Er versuchte, mir zu erklären, dass ich einfach mal auf „Jetzt zahlen“ klicken solle, es werde nichts abgebucht.

Ich übergab dann an meinen Freund, einem IT-Profi, der selbst schon solche Zahlungsseiten programmiert hat, die ganze Zeit neben mir saß und mitgehört hatte. Er versuchte, dem Mitarbeiter zu erklären, dass sobald man auf der PayPal Zahlungsseite ist, dieser Betrag auch abgebucht werde. Er verneinte dies, das sei nun einmal die Vorgehensweise von Rewe Online und das werde „irgendwie“ geregelt, so sei es ihm mitgeteilt worden. Mehr konnte er uns auch nicht sagen.

Wir baten dann um eine Stornierung, weil halt am Samstag Niemand in der Wohnung sei. Er sagte uns, dass er die Stornierung sofort vornehmen werde.

Wenige Minuten später erhielt ich eine E-Mail von Rewe, dass der Auftrag storniert worden sei. Eine E-Mail von PayPal erhielt ich jedoch nicht.

Mein Bekannter riet mir, die PayPal Seite aufzurufen und nun sah ich, dass es sich bei der ersten Bestellung nicht um eine Zahlung, sondern um eine Autorisierung handelte, also nur die Erlaubnis, eine Abbuchung einzuleiten. Ich erinnerte mich nun auch, dass mir am Telefon gesagt wurde, die Abbuchung werde erst vorgenommen, wenn ich die Lieferung mit Unterschrift bestätigt hätte. Das hatte ich aber nicht richtig verstanden, weil ich diese Vorgehensweise nicht kannte.

Auf Anraten meines Bekannten nahm ich eine erneute Bestellung vor. Die vorher bestellten Waren wurden automatisch dem Warenkorb hinzugefügt. Ich durchlief den kompletten Bestellvorgang, wählte als Lieferzeitpunkt Dienstag – der Slot war noch frei, wurde also nie ausgewählt. Bei PayPal klickte ich auf „Jetzt zahlen“. Ein Check bei PayPal zeigte, dass ich jetzt zwei Autorisierungen erteilt hatte, wobei ich davon ausgehe, dass (hoffentlich) die erste Autorisierung nicht benutzt werden wird.

Erkenntnis:

Die Entwickler der Rewe Online Website haben einen sehr ungewöhnlichen und nicht kundenfreundlichen Weg gewählt, der dem bekannten Bestellvorgang von Amazon, Ebay und dergleichen völlig zuwiderläuft. Es wird bei einer Änderung derselbe Prozess genutzt wie bei einer neuen Bestellung, ohne irgendeinen Hinweis – offensichtlich aus Unkenntnis der Entwickler, es anders zu realisieren. Der Kunde muss glauben, er bestelle dieselbe Ware noch einmal, weil es an keiner Stelle Hinweise gibt. Ein Text am Anfang des Vorgangs in der Art „Aus technischen Gründen (= wir können es nicht besser) müssen Sie den Bestellvorgang noch einmal durchlaufen, Ihr Konto wird jedoch nicht erneut belastet“ würde hier für Klarheit sorgen.

Rewe Online scheint sich noch im Betastatus zu befinden.

Empfehlung:

  • Die Callcenter Mitarbeiter sollten besser ausgebildet werden, damit sie den Unterschied zwischen Zahlung und Autorisierung erklären können.
  • Auf der Website müssen an geeigneten Stellen leicht verständliche Anweisungen geliefert werden. Es ist tödlich, wenn ein Kunde an irgendeiner Stelle des Vorgangs nicht weiß, was er tun soll.
  • Der Prozess muss überarbeitet werden, damit z.B. bei einer Stornierung auch die Autorisierung bei PayPal gelöscht wird.